Innerschweizer Filmpreis 2025: Engagement für den Innerschweizer Film erfolgreich fortgesetzt
Ein Höchstwert mit 1500 Kinoeintritten, grosses Interesse am angebotenen Rahmenprogramm für Kinder und Erwachsene sowie eine feierliche Übergabe der Innerschweizer Filmpreise an die 15 Preisträger:innen: Das Wochenende, mit dem die Albert Koechlin Stiftung den Innerschweizer Film alle zwei Jahre ins Rampenlicht rückt, stiess auf eine hohe Resonanz.
Preise zur Stärkung der Filmlandschaft Innerschweiz
Alle zwei Jahre Geleistetes anerkennen, kontinuierliches Schaffen unterstützen, neue Projekte ermöglichen: Mit diesen Zielen lancierte die Albert Koechlin Stiftung (AKS) die fünfte Ausgabe zum Innerschweizer Filmpreis. Am Samstagabend, 15. März 2025, überreichte die AKS in Luzern vor 240 geladenen Gästen aus Kultur, Politik und Fachbehörden die durch eine unabhängige Fachjury gewählten Preise für die überzeugendsten Produktionen aus den Jahren 2023 und 2024. Die Gesamtpreissumme lag bei 600'000 Franken.
Die Feier
Durch die feierliche Preisvergabe führte Monika Schärer, Kulturmoderatorin aus Zürich; für einen stimmungsvollen Rahmen sorgte der Luzerner Musiker Luca Sisera (Kontrabass). In seiner Begrüssungsansprache vor 240 Gästen gab Peter Kasper, Stiftungsratspräsident der AKS, unter viel Applaus bekannt, dass sich der Stiftungsrat im Vorfeld dieser fünften Austragung für die Fortsetzung der bisherigen Filmförderformate ausgesprochen hat. So werde der Innerschweizer Nachwuchs-Kurzfilmwettbewerb in den Jahren 2025 bis 2028 weiter jährlich ausgeschrieben. Die weiteren Austragungen zum Innerschweizer Filmpreis finden 2027 und 2029 statt.
Im Namen der unabhängigen Fachjury stellte die Vorsitzende Jacqueline Zünd fest, die Juryarbeit sei ausserordentlich spannend und intensiv gewesen und habe viele Entdeckungen und auch eindrückliche Seherlebnisse ermöglicht. Die 15 Preisträger:innen wurden anschliessend durch die Jury einzeln gewürdigt. Marianne Schnarwiler, Geschäftsführerin der Albert Koechlin Stiftung, überreichte ihnen jeweils eine persönliche Preistrophäe in Gestalt einer Art filmischen Diploms.
Die öffentlichen Aufführungen
Ein Höchstwert an verkauften Kinotickets (1505 Billette), Festivalstimmung im Bourbaki Kino/Bar und im Stattkino Luzern, fünf ausverkaufte Vorstellungen sowie intensive Gespräche mit den Filmschaffenden nach den Vorführungen bewiesen das hohe Interesse am aktuellen regionalen Filmschaffen.
Für Martino Froelicher, Projektleiter der AKS, ist der Innerschweizer Filmpreis zu einer weiter gewachsenen Grösse im Innerschweizer Kulturleben geworden. Das habe auch das mediale Interesse in Print und Radio gezeigt, wo mehrere inhaltlich vertiefende und substanziell bereichernde Beiträge erschienen: Nebst Vorbesprechung der Filme wurden Interviews mit den Filmschaffenden über ihre Arbeiten geführt, wobei auch der Stellenwert des Engagements zur Sprache kam.
So befanden etwa die beiden prämierten Filmschaffenden Nikola Ilić und Nils Hedinger im Gespräch mit der LZ-Journalistin Regina Grüter: «Der Innerschweizer Filmpreis sorgt nicht in erster Linie für Prestige, sondern für Freiheit. Die Albert Koechlin Stiftung spricht Geld für getane Arbeit. Man kann ein neues Projekt aufgleisen, ohne Druck.» Oder wie es eine Besucherin verdankte: «Das Engagement der AKS für den Innerschweizer Film ist wunderbar. Ich kann an diesem Wochenende so viele Filme mit persönlichen, berührenden, anregenden und auch aufwühlenden Geschichten sehen. Sympathisch und engagiert – und dann noch zu diesem Preis!»
Die Rahmenveranstaltungen
Am Mittwoch, 12. März 2025, führte der Verein Zoomz ein Kinderkino-Programm mit zwei Vorführungen im Stattkino durch. Über den roten Teppich schritten für die erste Vorführung insgesamt 66 Kinder ab drei Jahren mit ihren Begleitpersonen, um am Cinemini-Mitmachkino teilzunehmen. Die zweite Vorführung war mit 71 Kindern und Jugendlichen ab neun Jahren und Begleitpersonen ebenfalls sehr gut besucht. Sie sahen sich den berührenden Kinderfilm «Grüsse vom Mars» an und stellten im Online-Gespräch mit dem jungen Hauptdarsteller ihre zahlreichen Fragen.
Am Samstag, 15. März 2025, führte der Trickfilmer Kaspar Flückiger einen Trickfilm-Workshop durch. Rund 30 Personen zwischen sieben und 60 Jahren nutzten das Angebot. Nach einer zehnminütigen Einführung konnten die Teilnehmenden an einer der sieben Stationen einen eigenen Stop-Motion-Film erstellen – mit Knete, Papier, Buchstaben oder Greenscreen. Nach 60 bis 90 Minuten wurden die Filme noch vertont und dann direkt auf www.trickfilm.ch publiziert.
Im Parcours Filmberufe bot sich die Möglichkeit, an mit der entsprechenden Ausrüstung ausgestatteten Stationen den Weg von der Projektidee bis zum fertigen Film zu üben, anhand praktischer Anwendungen. Mit tatkräftiger Unterstützung von Filmschaffenden aus der Region lernten die Besucher:innen dabei verschiedene Filmberufe kennen.
Die moderierten Gespräche mit den Filmschaffenden im Anschluss an viele Vorführungen stiessen auf grosses Interesse. Nach dem bewegenden Film «Bilder im Kopf» von Eleonora Camizzi gab es zudem ein Vertiefungsgespräch in einer erweiterten Fachrunde, das auf sehr positive Resonanz stiess.
Das Publikum wurde erstmals auch online durch die Wahlmöglichkeit des beliebtesten Kurz- und Langfilms einbezogen: In diesem Publikums-Voting gingen insgesamt 316 Stimmen ein. In der Kategorie Langfilm entfielen von insgesamt 127 Stimmen deren 101 auf den Film «Bilder im Kopf» von Eleonora Camizzi (Regie). In der Kategorie Kurzfilm gingen von insgesamt 189 Stimmen mit 59 Votes am meisten Stimmen an den Film «Unser Name ist Ausländer» von Selin Besili (Regie, Abschlussfilm). Es folgten mit 40 Stimmen «Teenage Cowboy» von Matteo Gariglio (Regie) und mit 21 Stimmen «Exit through the Cuckoo’s nest» von Nikola Ilić.
Weitere Informationen und Impressionen: innerschweizerfilmpreis.ch